Seine Funktion als Obmann der 1. Waldviertler Trachtenkapelle Weitental legte Johann Habegger nach 36 Jahren vor kurzem in jüngere Hände. Zum Nachfolger wurde Maximilian Spindelberger gewählt.

Seit dem Jahre 1990 leitete der 65-jährige Johann Habegger (als Nachfolger von Bürgermeister Ludwig Holzinger) die Geschicke der 1. Waldviertler Trachtenkapelle Weitental. Aktiver Musiker bleibt aber Johann Habegger weiterhin.
Seine Freizeit widmete Habegger der Musik, sei es Blas- oder Tanzmusik. Im Alter von vier Jahren lernte er Blockflöte, mit fünf Jahren Klarinette und ein Jahr später mit sechs durfte er schon mit den ,,Großen“ in der Jugendkapelle aufspielen. ,,Mein Talent wurde stetig gefördert“. Als Ziehväter für die Blasmusik nennt er Anton Maurer sen. und jun. sowie Ernst Landstetter. Damals lag die intensive Ausbildung (es gab noch keine Musikschulen) in privater Hand.
Johann Habegger erlebte den rasanten Aufstieg der Blasmusikkapelle mit damals rund 50 Mitgliedern und bis zu 64 Ausrückungen im Jahr. Mittlerweile haben sich diese Zahlen aber eingependelt. Von Beginn seiner Laufbahn an nennt er u. a. folgende Auftritte: öffentliche Veranstaltungen kirchlich oder bei Vereinen und Körperschaften, Bundesmusikfest in Wien, Int. Trachtentreffen Krems, Blasmusikfestival ,,Böhmischer Traum“ in Brand-Nagelberg, die Nominierung und Teilnahme zur ersten NÖ Landesmarschmusikbewertung sowie Auftritte in Südtirol, Finkenberg, Bad Schallerbach und mehrmals in der Partnergemeinde Weiten im Saarland.
Vor seiner Zeit waren die Musiker und Musikerinnen bei prominenten Anlässen musikalisch vertreten: König Olaf V. (Schweden) besuchte im Jahre 1969 Melk und Bundespräsident Lübke (BRD) wurde im Jahre 1963 von den Weitentalern musikalisch empfangen.
Habegger betont, dass er als Obmann immer engagierte Musikerinnen und Musiker an seiner Seite hatte. Blasmusik ist gelebte Volkskultur und gelebte Gemeinschaft, in der mehrere Generationen harmonisch zusammenwirken. Das WIR, das Gemeinsame, stand und steht dabei immer im Vordergrund. Unserem Kapellmeister Franz „Spindi“ Spindelberger gebührt mein größter Dank. Seit 1990 gehen wir in Freundschaft Seite an Seite und unterstützen uns stets.
Einige Höhepunkte in der 36-jährigen Laufbahn: Neuorganisation unserer Vereinsfeste – Muttertagskonzerte – Weitentaler Advent – als Höhepunkt das neue „Haus der Musik“, das wir der Hartnäckigkeit von Kapellmeister Franz Spindelberger zu verdanken haben.
Sein beruflicher Werdegang: Koch-/Kellnerlehre, Konzessionsprüfung für das Gastgewerbe, Lehramtsprüfung für den fachpraktischen Unterricht, war Lehrer und Fachvorstand in der Höheren Tourismusschule im WIFI St. Pölten. In seiner Heimatgemeinde war er zehn Jahre ein umsichtiger und geschätzter Bürgermeister.
Zum Schluss hat er aber noch ein paar Wünsche parat: „Mehr musikalischen Nachwuchs – weiterhin diesen Zusammenhalt und gelebte Kameradschaft. Jedem Musiker und jeder Musikerin wünsche ich dieselbe Freude und die positiven Schwingungen beim Musizieren wie ich sie empfinde.“
Ein wenig nachdenklich wird Johann Habegger über das derzeitige Musikschulwesen in Niederösterreich: „Ich war bei der Gründung der Musikschule Jauerling dabei und es hat über die Jahre gut funktioniert. Die jetzigen, aufgezwungenen Verbandszusammenlegungen sind kontraproduktiv, sie erhöhen nur Kosten, die Eltern und Gemeinden tragen müssen. Es könnte leicht passieren, dass wir bald unsere Jungmusikantinnen und Musikanten‘ wieder selbst ausbilden müssen.“
Bericht: Friedrich Reiner
